Narzissenfest im Salzkammergut
Externsteine
Leuchtturm
Festung Kufstein bei Nacht
Burschenschank Oststeiermark
Licht und Schatten am Untersberg

Über den Autor

Artikel zu vergleichbaren Themen

12 Kommentare

  1. 1

    Morgenrot

    Auch das deutsche Bauerntum hat die brd auf dem Gewissen. Wer noch die deutsche Kulturlandschaft vor ein paar Jahrzehnten kennt, der sieht die umfangreichen Zerstörungen, die an Land und Mensch angerichtet wurden. Früher war die Ernährungsautarkie Staatsziel. Das wurde um 1960 (also lange vor der offen sichtbaren Machtübernahme des linken Gesindels) abgeschafft und fortan geriet der deutsche Mensch in immer mehr Abhängigkeit von unkontrollierbaren Mächten. Ich stamme vom Land und habe diese Veränderungen im Laufe der Jahre wahrgenommen. Wo früher in Dörfern rund um die Uhr Schaffens- und Lebensgeräusche lärmten, herrscht jetzt Stille, die Bauernhöfe sind fast alle verschwunden, damit aber auch die Lebensart des Bauern, seine Naturfrömmigkeit, seine Tierliebe (alle Kühe hatten z.B. Namen), seine Liebe zu Land und Boden. Das färbt ab, die Dörfer sind durch dies Beseitigung des Landwirtes heute weniger Lebensgemeinschaft als Wohnviertel, es wird einsam auf ihnen. Daß das Schächten jetzt ganz normale Praxis ist, ist auch Teil der Vernichtung des Bauerntums; diese grausame Tötung eines Mitgeschöpfes kann nur in einem entseelten Rechtsmischmasch, wie es der linke Menschenfeind erstrebt, teilnahmslos gutgeheißen werden. Und die Linken haben sich ja auch hinter dieses >Menschenrecht< der Juden und Mosleme gestellt.
    Der Verfall stinkt zum Himmel:
    Die Monokulturen mit Gras und Mais, sowie der die Luft verpestende Güllegeruch rund ums Jahr sind direkte Folgen der Umsetzung von EU-Vorgaben, die nur allzuoft von Berlin oder Bonn ihren Ausgang nehmen und nahmen. Das Zerstörungswerk scheint dann aus Brüssel zu kommen, obwohl in der brd gewollt.
    Wo man auch hinschaut, es wird alles kaputtgemacht.

    Antworten
    1. 1.1

      006

      Leider geschah dies alles zu nicht geringen Teilen unter tätiger Mitwirkung der Bauernschaft. Ich komme zwar nicht direkt vom Bauernhof, aber meine Mutter kam von einem mittelgroßen Hof im Hessischen (Vogelsbergrand) (80 Morgen in den 60er Jahren) und ich habe mehr Zeit meiner Kindheit und Jugend auf dem Hof meiner Großeltern verbracht als in meinem eigentlichen Wohnort.

      Und von daher habe ich die Einstellung und den Einstellungswandel damals auf dem Dorf praktisch ‚hautnah‘ mitbekommen. Und leider muß ich sagen, die wollten eigentlich (fast) alle das, was sie für modern hielten. Da war unter den Jüngeren auch kein … wie soll ich sagen? … kein ‚Getragenwerden bzw. Getragensein von einer Art ‚bäuerlichen Wertbewußtseins‘, sondern eher so eine Art ’stilles Minderwertigkeitsgefühl‘, daß man vielleicht nicht ’so sauber‘ wie ‚die Städter‘ war (auf einem Bauernhof ist es aber nun mal anders … und es riecht auch anders … das gehört eben dazu) und nicht ’so modern‘.

      Es war zum größten Teil eine Werteübernahme aus der Welt des Werbefernsehens … und ‚Clementine‘ wusch mit Ariel eben nicht in einer Waschmaschine, die auf einem Bauernhof stand, sondern die stand natürlich in irgendeinem steril-sauber gefliesten Waschraum – wahrscheinlich ein Labor. Es war einfach ein Hinterherhecheln hinter dem, was man eben für ‚modern‘ und damit ‚wertvoll‘ hielt.

      Nun ja … als ich so 10 Jahre alt war, war der kleine Ort, in dem meine Großeltern ihren Hof hatten, noch ein reines Bauerndorf … auch wenn viele schon nebenher arbeiten gingen und die Landwirtschaft im Nebenerwerb betrieben. Dennoch waren alle Gehöfte des Dorfes noch in Betrieb – auch die kleinen Gehöfte . UND: Es gab in diesem 200-Seelen-Ort 2 Gaststätten, eine davon mit angeschlossenem ‚Kolonialwarenladen‘, wie das damals noch hieß, 2 Schreiner und einen Schmied – und ein Backhaus, in dem Samstags gebacken wurde. NICHT aus folkloristischen Gründen, sondern … weil das eben so war und auch noch eine Notwendigkeit. Es wurden die Brote für die Familie für die kommende Woche gebacken – und natürlich auch Kuchen (der aber eigentlich nur für das Wochenende).

      Heute – fünfzig Jahre später – gibt es in diesem Dorf noch EINEN arbeitenden landwirtschaftlichen Betrieb! Das Dorf selbst in ‚eingemeindet‘ … und die Nachkommen der ehemaligen Bauern würden wohl genauso wie die Leute aus der kleinen Stadt, in die sie eingemeindet wurden, verhungern, wenn aus irgendwelchen Gründen Lidl, Edeka und Rewe in der Stadt dicht machen würden…

      Ach ja, und auf der Straße … sieht man keinen Menschen mehr. Ja, die SPD hat wirklich auf ganzer Linie gesiegt (Es waren wohl ziemlich viele SPD’ler in dem (ehemaligen) Bauerndorf). 😥

      Antworten
      1. 1.1.1

        Morgenrot

        006:
        Bei mir ist das genauso. Die Bauern sind kaputtgemacht worden durch Verlockungen, Versprechungen, Subventionen, Absatzsteuerung und einen Wust von Vorschriften aus „Brüssel“. Das Ziel war, den unabhängigen Bauernstand seiner Kraft zu berauben. Es stimmt, die Bauern haben da auch mitgespielt, damit konnten Schritt für Schritt ihre Rechte beschnitten und die Abhängigkeit ncht von der Nachfrage nach Lebensmitteln, sondern sich immer tiefer einfressenden Regeln und Vorschriften, etabliert werden. Schuld war die Aufgabe des Staatszieles der Ernährungsautarkie. Der Bauer war gegen Bonn oder Brüssel genauso machtlos wie jeder andere Insasse der brd auch.
        Auf meinem Heimatdorf ist es jetzt sehr still geworden, Wiesen werden z.T. von Ausärtigen gepachtet.Ackerbau gibt es nicht mehr, nur noch die Milchwirtschaft und Schweinmast. Im Dorf selbst gibt es gar keinen Bauern mehr, auf der Einöde noch zwei. Wie ich oben schrieb, früher hat man immer Kühe gehört, Maschinengeräusche, Bulldogs, Gebläse, Hämmern, es herrschte einfach ein reges Leben ziemlich rund um die Uhr. Man roch das Dorf.. Es ist jetzt unheimlich still. Früher gabe es eine Schule, drei, dann nur noch zwei Wirtshäuser, mindestens drei Fastnachtsveranstaltungen mit Musik, Theater, Verkleidung; das ist jetzt auch schon lange her, daß da gefeiert wurde. Die Dörfer wurden von Bonn über Brüssel entseelt, entkernt. Was Bonn mit soviel Zerstörungsdrang begann, das hat Berlin mit noch mehr Zynismus weitergeführt.

      2. 1.1.2

        006

        Früher gabe es eine Schule,…

        Ja, das habe ich noch vergessen: Das Dorf hatte (!) auch mal eine Schule. Allerdings schon nicht mehr zu der Zeit als ich eingeschult wurde (1966), denn ich bin dann etwas später – also nicht schon im ersten Schuljahr – immer mal mit dem Schulbus nach der Schule zu meinen Großeltern gefahren.

        Aber meine Mutter (Jg. ’27) und ihr Bruder sind noch in die Dorfschule gegangen. Das war wohl so eine 8-klassige Schule (oder möglicherweise waren es auch nur 7 oder sogar 6 Klassen … das weiß ich gar nicht mehr genau – ich weiß aber noch wie erstaunt ich war als sie mir davon erzählte und ich endlich alt genug war bewußt zu begreifen und zu staunen, was sie ‚bei so wenigen Klassen‘ alles konnte!), bei der die Schüler in zwei Gruppen zusammengefaßt wurden: 1. – 4. Klasse und alles was höher war, kam in die zweite Gruppe. Es gab einen Lehrer (bei meiner Mutter war das der ‚Lehrer Schwarz‘ mit den ‚Gebirgen in den Knien‘. Das war seine Arthrose oder was er hatte … und immer wenn er angeradelt kam, beschwerte er sich dann zu Beginn des Unterrichts über seine ‚Gebirge in den Knien… ).

        Meine Mutter konnte jedenfalls lesen, schreiben, rechnen … alles perfekto! Ja, und wie gesagt, mir fiel dann irgendwann – obwohl eigentlich schon relativ spät im Leben, aber dann umso mehr eben – auf, daß heutige Schüler_*In/nen (Sarkasmus aus) nach wesentlich mehr Schuljahren zu großen Teilen als scheinbar – oder möglicherweise auch nicht nur scheinbare – funktionale Analphabeten aus der Schule ‚ins Leben entlassen‘ werden… 😥

        Dafür können sie dann aber perfekt mit ihrem Wischtelefon umgehen – Ehre wem Ehre gebührt… 😥 😥

        Das Dorf – als es diesen Namen noch tatsächlich verdiente – war tatsächlich eine funktionierende, geschlossene Einheit … ähnlich eben einer Zelle. Und heute? Ist es größtenteils eine jeden tatsächlich eigenen Inhalts entleerte ‚Ansammlung von Wohngebäuden‘ mit noch ein paar Menschen darin.

        Es stimmt, die Bauern haben da auch mitgespielt, damit konnten Schritt für Schritt ihre Rechte beschnitten und die Abhängigkeit ncht von der Nachfrage nach Lebensmitteln, sondern sich immer tiefer einfressenden Regeln und Vorschriften, etabliert werden. Schuld war die Aufgabe des Staatszieles der Ernährungsautarkie. Der Bauer war gegen Bonn oder Brüssel genauso machtlos wie jeder andere Insasse der brd auch.

        Wir können aber auch dieser im Ganzen doch so deprimierenden Entwicklung lernen:

        1. Dadurch, daß ‚wir‘ einen Erfahrungsweg gegangen sind (seit Kriegs-
        ende – also eigentlich ‚Ende bzw. Stillstand der militärischen Kampf-
        handlungen … aber lassen wir das jetzt mal beiseite), haben ‚wir‘
        (= die Bewußten und Bewußteren unter denen, die den Weg gegangen
        sind) doch ein Sensorium für genau diese Art von schleichenden Prozessen entwickelt, daß es uns ermöglichen
        sollte in der Zukunft eben diese Prozesse wiederzuerkennen,
        wenn sie wieder einmal als Kriegstaktik gegen uns verwendet werden.

        Man kann die Bauern auch bis zu einem gewissen Grad entschuldigen,
        insofern sie/wir einen derartigen Prozess – zum einen das ‚Schleichende‘,
        das ja die Aufgabe hat, den eigentlich stattfindenen Prozess in seiner
        Inhaltlichkeit unterhalb der Schwelle bewußter öffentlicher Wahrnehm-
        ung zu halten… und zum anderen die Tatsache, daß ‚das System‘, das,
        aus der bisherigen Erfahrung heraus ja ‚ganz natürlich‘ für ‚das eigene‘
        gehalten wurde anstatt es als absoluten Feind zu erkennen – nie zuvor
        in der Geschichte erlebt haben.

        Es gab, aus der bisherigen Erfahrung. Das ist so ähnlich wie mit dem
        ’spezifischen Abwehrsystem‘ beim Menschen; wenn das erst einmal
        bestimmte Erreger identifiziert und ‚kennengelernt‘ hat, kann es bei
        einem erneuten Kontakt auf diese Erfahrung zurückgreifen und sofort
        die Produktion von auf diesen Erreger speziell zugeschnittenen Anti-
        körpern beginnen. Aber wenn es mit einem bestimmten Erreger noch
        keinerlei Erfahrungen gemacht hat, muß es überhaupt erst mal lernen
        wie dieser Erreger funktioniert, um ihn dann erfolgreich mit speziellen
        Antikörpern zu bekämpfen.

        Mir kommt die gesamte Situation gerade auch des Dorfes so ein bischen wie die Situation nach einem Waldbrand in der Natur vor. Da ist auch erst mal alles was bekannt war … weg! Aber dennoch beginnt sich auch nach einem solchen radikalen Schnitt wieder neues Leben zu entwickeln. Und vielleicht werden gerade die jetzt ziemlich tot daliegenden Dörfer irgendwann für Menschen, die sich über die Situation – also die tatsächliche Situation! – bewußt geworden sind, zu einer Möglichkeit sozusagen völlig neu ‚von unten‘ anzufangen …

        [Bis hierher und nicht weiter, 006. „Gemeinde Neuhaus“ und der die „Weiße Rose“ feiernde Matthias finden hier defintiv nicht statt. Beim nächsten Versuch, mir so etwas unterzujubeln, ist für Dich Schicht im Schacht.

        Der Kurze]

  2. 2

    KW

    Es ist unheimlich, den Verfall eines Volkes, angeheizt von einheimischen Antideutschen, mit ansehen zu müssen. Mit sehr viel Interesse habe ich die beiden Filme gesehen. Meine Vorfahren waren Bauern, deren Land verfällt, weil es von den Polen verwaltet wird. Ich war nie dort, um den Besatzern nicht noch Geld zu geben. Meine Vorfahren haben über ihr früheres Leben nie gesprochen, hatten die Vertreibung verdrängt. Nun kann ich mir anhand verbliebener Fotos den Jahresablauf vorstellen. Mir kam beim Zusehen diese verachtenswerte Wegwerfgesellschaft in den Sinn. Möchte man Wollkleidung, muß man lange suchen. Wo ist die Kleidung aus dem heimischen Leinen oder Flachs? Die Hintergrundmächte sind so kopfkrank, daß man sie in einer Anstalt einsperren und den Schlüssel wegwerfen müßte.Überall zerstören sie funktionierende Gemeinschaften. Ihre Scheißglobalisierung ist eine Ordnung fern jeder Verantwortung und Kontrolle, wohin man schaut, Raubbau und Ausbeutung. Dazu kommen Wahnideen wie Gender und Klimalüge, wo sie es doch sind, die alles auf diesem Planeten zerstören.

    Außer Meckern kann jeder die Bauern unterstützen. Wir kaufen fast alles hier in der Region. Dieses ganze hergekarrte Gelumpe aus dem Süden essen wir schon lange nicht mehr, ausländische Restaurants meiden wir, allerdings auch einheimische, weil die ebenfalls betrügen und Fertigfraß untermischen.Da hilft nur selbermachen. Heute habe ich die letzten Holunderblüten gesammelt für Tee und Holunderblütensekt. Man muß sich aus dieser todkranken lebensfeindlichen Gesellschaft ausklinken. Den Männern hier rate ich, den kranken Fußball zu meiden. Sie müssen dort verletzt werden, wo sie am empfindlichsten sind: Am Geld.

    Antworten
  3. 3

    Falke

    Heil Allen,

    danke für diesen wieder schönen Beitrag über die damalige Zeit in der Landwirtschaft. Es ist immer wieder wie ein bisserl Erinnerung an die Kindheit, wo es noch Lanz Trecker und Dreschmaschinen und Mähbinder gab.
    Die Technik und Zuchtverfahren hätten sich auch mit Sicherheit im Reich weiter entwickelt, um die Knochenarbeit zu erleichtern. Aber ich denke mit Sicherheit würde mann nicht diesen Pestizidwahn und anderes machen, was heutzutage geschieht auf den Äckern und der Tierhaltung.
    Ich hatte mal ein Erlebnis vor ein paar Jahren, als ich auf dem Modellflugplatz war. Ich musste nach kurzer Zeit aufhören und wieder nach Hause fahren, weil ein Landwirt irgend ein Zeug auf die umliegenden Ackerflächen ausgebracht hat, das dermaßen nach penetranter Chemie gestunken hat, daß es nicht mehr zu ertragen war. Wenn man nun bedenkt, daß dieses Giftzeug dann in die Pflanzen geht und Mensch und Tier dann diese Pflanzen verzehren sollen, kann einem nur noch sauschlecht werden. Und das ist nur eine Sache von vielen was auf der Welt geschieht.

    Gruß Falke

    Antworten
  4. 4

    griepswoolder

    Man sollte dabei auch nicht vergessen, dass durch diesen weltweiten Transport von Nahrungsmitteln auch der Güterverkehr stark zugenommen hat. Selbst Grundnahrungsmittel werden aus aller Welt angeboten – und leider auch gekauft. Hinzu kommt, dass die Vorrats- bzw. Lagerwirtschaft fast abgeschafft ist und tägliche Belieferungen erfolgen. Immer mehr Verkehr auf den Straßen, die schneller kaputt gehen und vergrößert werden müssen, auf Kosten der Umwelt und steigender Preise. Durch die globale Nahrungsgüterproduktion und den Kostendruck sinkt auch die Qualität, speziell der Geschmack der Produkte. Das ist mir im Laufe der Jahrzehnte aber nicht nur bei Erdbeeren aus dem Supermarkt, sondern auch bei sog. Südfrüchten wie z.B. Weintrauben und Orangen, aufgefallen. Geschmack und Qualität werden immer schlechter.
    Mit Bedauern denke ich z.B. auch an die Zeit in der DDR zurück, wo es viele regionale Brauereien gab, die auch mehrere wohlschmeckende Sorten im Angebot hatten. Heutzutage sind nicht nur viele Brauereien verschwunden, sondern auch Biersorten und der Geschmack.

    Antworten
  5. 5

    Lüne

    Jawoll, meine lieben Zeitgenossen . . .

    Ein sehr guter, als auch des Nachdenkens werter Beitrag, mein lieber Kamerad Magnus . . .

    Als kleiner Junge, von meinem ersten bis zum 8. Lebensjahr, habe ich mit meinen Eltern und meinen anderen vier Geschwistern auf dem Lande gelebt und ich kann mich nicht daran erinnern, daß auch nur irgendein Gehöft, egal von wem, oder wie wohlhabend und / oder arm die Leute gewesen sind, jemals abgeschlossen war . . .

    Wenn ich von der Mutter losgeschickt wurde, um bei Irgendjemandem etwas zu holen und auf den betreffenden Hof war gerade keiner zu Hause, so wartete ich im Sommer auf der Hofbank, unter dem Vordach des Hauseinganges, nahm mir ein Stück vom Feldkuchen ( Hermann), welcher auf dem Tisch stand und trank eine Tasse Malzkaffee dazu.

    In der kalten Jahreszeit ging man in die beheizte Diele des Hauseingangsbereiches, wo ebenfalls eine Bank und ein Tisch stand, auf welchem für die Kinder Milch und Mürbeteig-Plätzchen standen und für die Bauern stand Sommer wie Winter immer ein Bierchen, oder kalter, im Winter warmer Kräutertee, oder Malzkaffee, so wie dunkles Brot und geräucherte Wurstsorten bereit.

    Und, meine lieben Zeitgenossen, ihr müsst nicht denken, daß auch nur Irgendeiner, der dort auf den Bauern oder die Bäuerin gewartet hat, auf die Idee gekommen wäre, das Haus zu durchstöbern, Diebstahl zu begehen, oder sich an Speise und Trank sinnlos vollzustopfen.

    Im Dorf herrschte tatsächlich eine gelebte, solidarische Gemeinschaft . . .

    Sicher gab es unter den verschiedenen Höfen auch mal Meinungsverschiedenheiten und es gab auf dem Tanzsaal, zu den Dorffesten, unter Alkoholeinfluss, auch mal was aufs Maul . . .

    Aber grundsätzlich hielten die Bauern in allen wichtigen und existenzrelevanten Belangen zusammen.

    Wenn heute behauptet wird, das Arbeitsprinzip der sogenannten LPG in der DDR sei eine neue Erfindung, so muß man dem entgegenhalten, daß dieses Arbeitsprinzip schon im Nationalsozialismus sehr erfolgreich angewendet wurde, allerdings mit dem Unterschied, daß der Bauer in der DDR von seinen Ländereien faktisch enteignet war, im Gegensatz zur Zeit des Nationalsozialismus, wo die Bauern sehr wohl Eigentümer und Selbstbestimmer ihrer Ländereien waren, die Bauern aber, als wirkliche gemeinschaftliche Genossenschaft, ihre landwirtschaftlichen Arbeiten planwirtschaftlich, in sinnvoller Zusammenarbeit gemeinsam durchführten und Mißernten untereinander ausglichen.

    Schon der „ALTE FRITZ“ merkte einmal sehr treffend an;

    „Ein Land, welches sich nicht selber versorgen könne, sei eine Kolonie, oder bestenfalls ein PROTEKTORAT“ . . .

    Oder eine neuere Fasnachts-Parole; „Keine ZUKUNFT für die KUHZUNFT“. . .

    Aber diese Zustände werden wir dahin gehend ändern, daß obig eingestelltes Bild, mit seinem Sinnspruch, in Zukunft wieder zutreffen wird . . .

    In diesem Sinne, meine lieben Zeitgenossen, zuversichtlichst in unsere neue Zukunft, ACCON SAL BEVERINA, Euer Z. B.

    Antworten
  6. 6

    Annegret Briesemeister

    Werter Magnus

    Vielen Dank für den notwendigen und umsichtigen Bericht. Meine traurige Erfahrung ist, daß Bauern oft als Hinterwäldler, grobschlächtig und dumm oder maximal noch als fetter Geldsack beschrieben werden. Getreu dem Motto : die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln. Dann mal nachgehakt, lässt sich schnell feststellen, wer der Hinterwäldler ist. Allein die einfache Frage : wo meint ihr, kommen eure Lebensmittel her, wer ernährt euch, kann ganz oft tatsächlich nicht beantwortet werden. Es scheint so zu sein, als wüchsen Obst und Gemüse direkt im Supermarkt. Nach der “ Wende “ hörte man bei uns sehr oft : wozu noch einen Garten bearbeiten und wozu noch einwecken etc, gibt es doch alles so preiswert und sauber, völlig mühelos im Supermarkt. Viele haben Jahre später wieder angefangen, selbst ihre Versorgung in die Hand genommen, schon um zu wissen, was sie auf dem Teller haben und was sie ihren Kindern anbieten. Wer weiß denn noch, daß die Ernährung nach dem was in den Jahreszeiten wächst, für den Menschen wichtig ist. So enthalten die Früchte in der jeweiligen Jahreszeit genau die Inhaltsstoffe, die ein Mensch für sein gesundes Leben benötigt. So isst man im Winter beispielsweise Grünkohl, er enthält mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Also ist die Natur so genial gestaltet, das Lebensmittel Medizin und Medizin Lebensmittel ist. Der Spargel im Frühjahr leitet Schadstoffe aus, die sich in der kalten Jahreszeit eventuell im Körper angesammelt haben, verleiht dadurch neue Kraft für das Jahr. So könnten die Beispiele unentwegt fortgesetzt werden. Wer weiß, das ein Sirup aus Zwiebeln oder einer Runkelrübe, oder ein Umschlag aus warmen Kartoffeln bei einer Erkältung schleimlösend wirken und selbst bei einer Lungenentzündung desinfizierend?
    Die Rückkehr zur natürlichen Ordnung wird uns auch zu unserer UR sprünglichen Kraft zurückführen, davon bin ich absolut überzeugt. Und den Bauern, den Ernährern der Menschen gebührt Achtung und Ehre. Und nicht Häme und Spott. Allerdings meine auch ich nicht den “ Bauernstand “ der sich jetzt durch große Konzerne und Monsanto ausdrückt. Die Menschen sind bereits so krank, durch all die verseuchten Nahrungsmittel, keine LEBENS mittel, daß es höchste Zeit ist zur Natürlichkeit zurückzukehren. Auch die Böden werden uns, weiter so behandelt wie jetzt, nicht mehr länger ernähren können. Wer zum Beispiel kennt noch die Dreifelderwirtschaft?

    Für mich sind Bauern eher weise Menschen, die in der Natur lesen können, die fleißig und klug wissen, wann es Zeit ist für Saat und Ernte und was getan werden muss, das beides gut gelingt. Kein Bauer mit gesundem Menschenverstand, weiß nicht um diese Dinge, und er weiß ebenso das auch seine Familie gesund ernährt werden muss.

    Heil und Segen
    Annegret

    Antworten
  7. 7

    KW

    Ich habe heute mit einem Bauern im Nachbardorf telefoniert und ihn gefragt, wann er wieder Hähnchen schlachtet-im Juli. Mir ist der Preis egal und er ist nicht unverschämt,meine ich, nimmt einen kgpreis von 4,50. Dafür werden die Tiere anständig gehalten.
    Ich habe mir mein Netzwerk geschaffen, hier gibt es auch noch Dreifelderwirtschaft, liebe Annegret. Ein Stück Land liegt regelmäßig brach oder mit Erbsen, Ackersenf oder Sonnenblumen besät. Wir haben viele junge Bauern, das gibt Hoffnung. Ich kenne allein 3 persönlich, die sich in der Landwirtschaft selbständig gemacht haben oder den Hof weiterführen.
    Da ich viele Früchte aus der Natur sammle, weiß ich, daß man keinen Terminkalender braucht, den gibt die Natur vor. Hast Du in dem Moment keine Zeit zum Ernten, ist es weg, verfault oder weggefressen. Dieses Jahr habe ich fast die Holunderblüten verpaßt. Gestern habe ich die letzten eingesammelt.Fleiß war ja auch einmal eine preußische Tugend. WAR.

    Antworten
  8. 8

    Annegret Briesemeister

    Heil dir KW

    Das Thema Fleisch essen und überhaupt der Verzehr tierischer Produkte ist bei mir seit Jahren durch. Somit wurde es noch um ein Vielfaches einfacher, sich zu ernähren. Tatsache ist jedoch, daß inzwischen alles dermaßen verseucht ist, daß mir Empfehlungen zu gesunder und gehaltvoller Ernährung gelegentlich wie Hohn vorkommen. Ich hab ja schon immer einen Garten, mal eben größer, mal kleiner. Und ich sammelte auch schon immer Kräuter, Früchte, Blüten und Pilze oder Wurzeln. Den Holunderblütensekt kenne ich auch gut, und seine umwerfend 😉 spritzige Wirkung. Der Korken auf der Flasche nicht fest genug drauf, oder der Sekt zu früh abgefüllt, können eine richtige “ Knallerparty “ mit anschließender Renovierung nach sich ziehen. Ich bin schon froh und dankbar diese alten Fähigkeiten und das Wissen darum zu haben und so hab ich es auch meinen Kindern weitergegeben. Alle drei wissen um die Dinge und alle drei können auch kochen. Das war mir wichtig. Irgendwie so ein Gefühl das man sie, so ausgestattet, losziehen lassen kann, denn so werden sie immer eine Lösung für sich finden können. Hier in der Gegend gibt es leider noch immer viele Großbetriebe, Tiermastanlagen und auch Biogasanlagen, die dann auch schon die eine oder andere Katastrophe verursacht haben. Und die Felder ringsherum werden seit Jahren mit immer der selben Fruchtfolge angebaut und zur Ertragssteigerung wie selbstverständlich Glyphosat eingesetzt. Kleine Bauernbetriebe haben kaum eine Chance und werden immer mehr zum Aufgeben gezwungen. Aber die einzelnen Familien bewirtschaften wieder zunehmend mehr ihre Gärten und halten auch wieder Tiere.

    Heil und Segen
    Annegret

    Antworten
    1. 8.1

      KW

      Heil dir, Annegret, wir können die Welt nur verändern, wenn wir bei uns anfangen. Meine Enkelin war heute mit ihrem katholischen Kindergarten (ich bin nicht in der Kirche, aber meine Tochter wollte für ihre Tochter noch eine angemessene Erziehung, und die gibt es da), im Aachener Dom. Soll sie lieber dorthin als in irgendeinen Spaßpark.
      Wir müssen das begleiten und fördern, was in unserem Sinne ist.Mit dem Fleischessen ist das etwas anderes. Wie gesagt, ich bin erblich belastet als Bauernsproß, und auch die Handwerker väterlicherseits griffen zu deftigen Speisen. Aber ich achte darauf, daß die Tiere anständig gelebt haben und würdevoll getötet werden, auch Fische. Dafür bezahle ich gerne etwas und auch viel—mehr—und sie müssen aus der Nachbarschaft kommen. Ich habe in unserem Supermarkt heute Tomaten gefunden, Barther Tomaten, habe gegurgelt. Der Betrieb gefällt mir auch. Wieder eine Hoffnung. Sowas muß man unterstützen, ist zwar nicht aus der Nachbarschaft, aber die Ansätze stimmen. Handarbeit, Tradition, wenig Sorten, überschaubar.
      Herzlichst
      Kersti

      Antworten

Ihre Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: