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23 Kommentare

  1. 1

    Annegret Briesemeister

    Am Brunnen, vor dem Tore,
    da steht ein Lindenbaum.
    Ich träumt‘ in seinem Schatten
    so manchen süssen Traum.
    Ich schnitt in seine Rinde
    so manches liebe Wort.
    Es zog in Freud und Leide
    zu ihm mich immer fort,
    zu ihm mich immer fort.

    Ich musst‘ auch heute wandern,
    vorbei in tiefer Nacht.
    Da hab ich noch im Dunkeln die Augen zugemacht.
    Und seine Zweige rauschten,
    als riefen sie mir zu :
    komm her zu mir Geselle,
    hier find’st du deine Ruh‘,
    hier find’st du deine Ruh‘.

    Die kalten Winde bliesen
    mir g’rad ins Angesicht.
    Der Hut flog mir vom Kopfe,
    ich wendete mich nicht.
    Nun bin ich manche Stunde
    entfernt von jenem Ort,
    und immer hör‘ ich’s rauschen :
    du fändest Ruhe dort,
    du fändest Ruhe dort.

    Ich durfte noch Dörfer kennenlernen die auf dem Platz in ihrer Mitte eine Linde stehen haben und wo sich alt und jung auch heute noch gerne begegnen.

    Linde ..das Wort trägt es bereits im Namen :
    es wird einem lind um’s Herz, Kummer und Sorgen können gelindert werden.
    Und wenn die Linde dem Gesellen zuruft, doch zu ihr zu kommen, dann bietet sie Gesell – igkeit an. Und so viele Linden stehen vor Gasthäusern, Rast – häusern. Sie bieten Ein – Kehr und Heim – Kehr und damit Ruhe und Geborgenheit.
    Schon die Germanen verehrten die Linde als der Göttin Freya geweihten Baum.
    Die Linde gilt als mütterliches Baumwesen mit besonderer Anziehungskraft, die Geborgenheit spendet. Schon Walter von der Vogelweide schrieb über die Liebe unter der Linde und Heine bemerkte :

    Sieh dieses Lindenblatt,
    du wirst es wie ein Herz gestaltet finden.
    Darum sitzen die Verliebten
    auch am liebsten unter Linden.

    Man bezeichnet Linden auch oft als lebendige Denkmäler, gepflanzt zu besonderen Anlässen.
    Sie stehen für Tapferkeit und Mut, ausgehend von ihrer mütterlichen Stärke.
    Und sie sind Symbol für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden als Platz für die Gemeinschaft.
    Im deutschsprachigen Raum so sagt man, steht die Linde besonders für die Heimat und das Gedenken.
    Alles in allem, und es gäbe noch unzähliges über die Linde zu erzählen, hat dieser lebensspendende, tröstliche und gleichzeitig kraftvolle Baum für uns alle eine unschätzbare Ausstrahlung und Bedeutung.
    Der Duft der blühenden Linden und ein Tee, zubereitet aus den Blüten allein, zeigt eine Wirkung die in sich das Wort Heimat erahnen lässt. In jedem Atemzug und jedem Schluck.
    Die Linde ist immer treu und wenn wir es auch sind, reicht sie uns ihre Zweige, bietet uns Schutz und Heimat über Generationen hinweg, von deren Leben ihre Blätter flüsternd zu erzählen wissen.

    Heil und Segen
    Annegret

    Antworten
  2. 2

    Bernwart

    Heil Euch!

    Der Platz auf dem diese Dorflinde ursprünglich gepflanzt und gehegt wurde, war der Kultmittelpunkt, die Thing- und Versammlungsstätte des Dorfes. Dort wurde Gericht gehalten und gefeiert. In späteren Zeiten wurde er nur noch als Vergnügungs- und Tanzplatz genutzt. Daher findet man auch heute noch in wenigen Gegenden Deutschlands diese alten Tanzlinden.

    „Tanzlinden sind kunstvoll geleitete Lindenbäume, die früher in manchen Regionen häufig der Mittelpunkt dörflicher Feste und Bräuche waren. Heute gibt es sie nur noch in wenigen Dörfern.

    Tanzlinden im engeren Sinne sind eine besondere Form von geleiteten Linden. Ursprünglich wurden als Tanzlinden nur geleitete Linden bezeichnet, die Podeste trugen, damit in der Baumkrone getanzt werden konnte. Die Stützpfeiler der geleiteten Tanzlinden sind dabei, ähnlich wie die übrigen Konstruktionen, häufig kunstvoll gearbeitet.[1]
    Tanzlinden im weiteren Sinne sind geleitete Linden, bei denen am Boden unter der Linde oder außerhalb des Astbereiches um sie herumgetanzt wird.
    Sonstige Tanzlinden sind Linden, die im Mittelpunkt von Tanzbräuchen stehen oder standen, ohne einer besonderen Formgebung unterzogen worden zu sein und ohne über Gerüstkonstruktionen zu verfügen.
    Daneben gibt es noch geleitete Linden, die mit ihrer Formgebung der klassischen Tanzlinde sehr ähnlich sind (und deshalb oftmals auch als Tanzlinde bezeichnet werden), aber niemals mit Tanzbräuchen verbunden waren (z. B. manche Stufenlinden).
    Der Vollständigkeit halber sind auch weitere Formen geleiteter Linden wie z. B. Linden-Lauben aufgeführt …“

    Quelle und weiter HIER

    Sal und Sig

    Bernwart

    Antworten
  3. 3

    Der Wolf

    Danke Kurzer!

    Ein sehr schöner Beitrag zu diesen ersten vorfrühlingshaften Februartagen! Es existieren so manche schöne alten Lieder, die den Lindenbaum als Baum der Liebenden, aber auch des Festes und der Frühlingsfreuden beschreiben. Dieses hier zum Beispiel habe ich im Zupfgeigenhansel gefunden:

    Es steht ein Lind in jenem Tal
    ist oben breit und unten schmal.
    Darauf, da sitzt Frau Nachtigall
    und andre Vöglein in dem Wald.

    Sing an, sing an, Frau Nachtigall,
    du kleines Vöglein in dem Wald!
    Sing an, sing an, mein feines Lieb!
    Wir beide müssen scheiden.

    Mit dem Voneinanderscheiden ist hier zwar nicht unbedingt die Trennung für immer gemeint, jedoch vielleicht der sehr lange Abschied der Liebenden voneinander, nach trautem und zärtlichen Beisammensein unter der mütterlichen Hut der Linde, die eine besondere Freundin aller Liebenden ist.

    Hierzu paß auch das schöne Gedicht von Walther von der Vogelweide, auf den Annegret in ihrem Beitrag hingewiesen hat. Hier seien zwei Strophen seines vielleicht bekanntesten Gedichts in der wunderbar klangvollen, poetischen mittelhochdeutschen Sprache zitiert:

    Under der linden
    an der heide,
    da unser zweier bette was,
    da muget ir vinden
    schone beide
    gebrochen bluomen unde gras.
    Vor dem walde in einem tal,
    tandaradei,
    schone sanc diu nahtegal.

    Ich kam gegangen
    zuo der ouwe:
    do was min friedel kommen e.
    Da wart ich enpfangen,
    here frouwe,
    daz ich bin sælic iemer me.
    kuster mich? wol tusentstunt:
    tandaradei,
    seht wie rot ist mir der munt.

    ouwe = (die) Aue
    friedel = Geliebter, Geliebte
    here frouwe = hehre Frau (hohe, herrliche, erhabene Herrin)
    iemer me = immer mehr
    kuster mich? = Küßt er mich?
    Tusentstunt = tausend Stund

    „ie“ wird getrennt, als Diphtong gesprochen, wie heutzutage noch in bayerischen und österreichischen Dialekten.

    Nicht nur Walther von der Vogelweide, auch andere Minnesänger, wie z.B. Dietmar von Eist, besingen die Linde als Baum der Liebenden: „Uf der linden obene, da sanc ein kleines vogellin…“ Im folgenden schildert er dann sein wehmütiges Erinnern an ein Liebeserlebnis unter diesem Baum, und es kommt ihm so vor, daß dies schon tausend Jahre her sei. Allzu kurz war die Freude, allzulang müssen er und sie einander schon entbehren. Und der Vogel, den er eingangs erwähnt hat, erinnert ihn an das „vogellin“, das die beiden Liebenden aufgeweckt hat zum Abschied voneinander.

    Was den Tanz unter der Dorflinde angeht, davon berichtet das wunderschöne, alte Volkslied „Nun will der Lenz uns grüßen“. Es stammt aus dem 13. Jahrhundert. Hier die neuhochdeutsche Fassung:

    Nun will der Lenz uns grüßen,
    von Mittag weht es lau.
    Aus allen Wiesen sprießen
    die Blumen rot und blau.
    Draus wob die braune Heide
    sich ein Gewand gar fein
    und lädt im Festtagskleide
    zum Maientanze ein.

    Waldvöglein Lieder singen,
    wie ihr sie nur begehrt,
    drum auf zum frohen Springen,
    die Reis‘ ist Goldes wert!
    Hei, unter grünen Linden,
    da leuchten weiße Kleid‘!
    Heija, nun hat uns Kinden
    ein End all Wintersleid.

    Allen Kameraden und Freunden noch einen fröhlichen Sonn(en)tag!

    Antworten
    1. 4.1

      Annegret Briesemeister

      Erst einmal habt von Herzen Dank ihr lieben Kameraden für eure Erzählungen zur Linde.
      Ich dachte so beim lesen, daß wohl alle alten Bäume uns sicher auch die Wahrheit erzählen könnten und das lässt mir doch Tränen übers Gesicht kullern und es erfasset mich eine Ehrfurcht wie aus uralter Zeit.

      Im Lied der Linde steht es ja :

      ALTE LINDE, DIE DU ALLES WEIßT,
      TEIL UNS GÜTIG MIT VON DEINEM GEIST.
      SEND‘ INS WERDEN DEINEN
      SEHERBLICK,
      KÜNDE DEUTSCHLANDS UND DER WELT
      GESCHICK.

      etwas Schönes hörte ich heute aus einem Bericht über den kürzlich verstorbenen Tomi Ungerer. Dieser sagte

      Äste sind die Wurzeln des Windes. Ein Baum hat zwei mal Wurzeln. Unten in die Erde und oben in den Himmel. Deshalb habe ich auch so Respekt vor Bäumen, vor Wäldern.
      Und der Stamm wehrt sich gegen die Säge und doch macht man aus seinem Holz einen Stammtisch. So ist das. ( sinngemäß )

      Es heißt in einem Zitat :

      Ein Mann, der den halben Tag durch die Wälder streift aus Liebe zu ihnen, wird weniger anerkannt als der Mann, der den ganzen Tag damit verbringt, sein Geld zu verdienen mit dem Abholzen eben dieser Wälder.

      Heil und Segen
      Annegret

      Antworten
  4. 5

    Heiko

    Ich habe jeden meiner drei Söhne einen Baum gepflanzt, Eiche, Linde, Buche.
    Dort wo im Eichengrund meine Wiege stand, da ist meine Heimat, das Bergische Land. Heimat hat mit der Verbindung des Bodens eine Berechtigung. Blut (Ahnen), Boden (Heimat), das ist Ahnenheimat (Ursprung) und Verbindung zum Leben.
    Das hat noch nicht mal was mit Nationalität zu tun, aber mit Religiösität. Religionen aus dem Nahen Osten (alle drei) können diese Empfindungen nicht vermitteln. Dort ist Untertan machen und Opfer bringen die Regel, nicht Hematliebe.

    Antworten
    1. 5.1

      Die Volksschau

      Werter Heiko,

      aus dem Bergischen Land stammt die Familie meiner Mutter.
      Die grünen Fensterläden und die Hauswände mit den Schiefertafeln verkleidet, begegne ich diesen, ist das immer wie ein Heimkommen.
      Meine Patentante wohnte noch in einem dieser kleinen Schmuckstücke mit einem riesigen Garten drum herum, der die Familie noch nährte und einem Plumpsklo, das zwar separat aber dennoch durch einen Flur erreichbar war. Auch erinnere ich mich an einen dieser großen Waschbottiche, die von unten mit Holz befeuert wurden, in dem sie mich baden wollte und ich dachte, sie wolle mich in Anlehnung an Hänsel und Gretel kochen ….

      Kindheitserinnerungen aus einer anderen Zeit.

      PS:
      Und aus Lindenblüten läßt sich ein heilender Tee bereiten, so wie auch von der Schlüsselblume, die überall am Wegrand zu finden ist. Man muß sie nur pflücken.

      Antworten
  5. 6

    Lüne

    Jawoll, meine lieben Zeitgenossen . . .

    Zunächst einmal wünsche ich Euch allen, so wie Eueren Lieben einen schönen Sonntag . . .

    Erfreuet Euch an diesem herrlichen Vorfrühling . . .

    Ich habe heute bereits einen sehr ausgiebigen Frühlingsspaziergang gemacht und mich an den vielen Frühlingsboten in der Natur von Herzen ergötzt.

    Nun, meine Lieben, ein ganz großes Dankeschön an den Kurzen, für diesen sehr schönen und aufschlussreichen Beitrag über die Linden im Dorfe.

    Auch ich kenne Solches noch aus meiner Kindheit, doch mit dem aggressiven Austreiben, als auch der Lächerlichmachung unserer Deutschen Kulturtraditionen, verschwanden die Linden, es veränderten sich die Dorffeste grundsätzlich in ihrem Charakter, bis hin zur Unkenntlichkeit, es wurden keine traditionellen Trachten mehr getragen und/oder die Dorflinde, die Festwagen, Pferde und Ochsen geschmückt . . .

    Was ist von unseren Traditionen übrig geblieben? . . .

    An dieser Stelle danke ich deutschlandweit allen traditionellen Trachten-Vereinen, Volksmusik-Chören, den Vereinen zur Pflege Alten Deutschen Brauchtums und ebenso den Vereinen zur Bewahrung Altem Deutschen Handwerkes und anderer, nahezu verlorengegangener Deutscher Traditionen mannigfaltiger Art.

    Also, meine lieben Zeitgenossen, Packen wir`s an! . . .

    Denn Respekt muß man sich verdienen und ebenso einfordern.

    Und wenn ein Volk sein traditionelles Brauchtum so sehr ignoriert oder gar mißachtet, wie es heute in Deutschland leider der Fall ist, dann brauchen wir uns über die Respektlosigkeit der Zuwanderer uns gegenüber nicht zu wundern . . .

    Zur Erbauung noch ein sehr schönes Lied von Willy Schneider

    Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde

    Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde
    Vor meinem Vaterhaus steht eine Bank
    Und wenn ich sie einst wieder finde
    Dann bleib‘ ich dort ein Leben lang
    Dann wird die Linde wieder rauschen
    Ihr liebes, altes Heimatlied
    Mein ganzes Herz wird ihr dann lauschen
    Das oft in Träumen heimwärts zieht
    Mein ganzes Herz wird ihr dann lauschen
    Wer weiß, wer weiß, wann das geschieht

    In dieser fremden, großen Stadt
    In diesem Meer von Stein
    Da grüßt dich kaum ein Blütenblatt
    Mit süß vertrautem Schein
    Vor meinem Vaterhaus, da steht ein Brunnen
    Sein Wasser rinnt und rauscht so silberhell
    Die Mädchen, geh`n zu diesem Brunnen
    Erzählen sich vom Liebsten schnell
    Nur eine schweigt zu allen Sachen
    Die einst ihr Herz an mich verriet
    Und kehr‘ ich heim, dann wird sie lachen
    Und aller Schmerz und Kummer flieht
    Und kehr ich heim, dann wird sie lachen
    Wer weiß, wer weiß, wann das geschieht

    Ja, ja, wer weiß, wer weiß,
    wann das geschieht

    In diesem Sinne, meine lieben Zeitgenossen, Hebet das Haupt und seid frohen Mutes, ACCON SAL BEVERINA, Euer Z. B.

    Antworten
    1. 6.1

      Tiger222

      Werter Lüne,

      Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde

      Wer sich dies noch einmal anhören möchte.

      Heil und Segen

      Antworten
  6. 7

    Arhegerich Od Urh

    Heil und Segen,

    was für ein schöner und ans Herz gehender Filmbeitrag.

    Ich sah die Filmberichte von Herrn Wieland immer sehr gerne.
    Schon als Jugendlicher schaute ich sie mir an.

    Und dann noch all die wunderbaren Worte von Euch allen.
    Und diese die Seele berührenden Gedichte dazu.

    Ich genieße, lausche und meine Seele weiß:
    Ich bin in meiner Heimat.

    Accon Sal Beverina

    Antworten
  7. 8

    Bernwart

    Diese alten Volkslieder sind sehr eng mit Volks- und Heimatliebe verbunden, genauso wie das Lied vom Postillion „Hoch auf dem gelben Wagen“. Die zweite Strophe handelt auch vom Tanz unter der Linde:

    Flöten hör ich und Geigen,
    lustiges Baßgebrumm,
    junges Volk im Reigen
    tanzt um die Linde herum.
    Wirbelnde Blätter im Winde,
    es jauchzt und lacht und tollt,
    ich bliebe so gern bei der Linde;
    aber der Wagen, der rollt.

    Accon Sal Beverina

    Antworten
    1. 8.1

      Linde

      Ein schönes Video, meine Tochter liebt es;-).

      Liebe Grüße, Linde

      Antworten
  8. 9

    Ilona

    Heimat

    Die Bäume rauschen, Nachtvögel schlagen;
    Es klingt von Märchen und alten Sagen.

    Dem Wanderer wird es so wohl im Blut,
    Er lehnt an der Linde mit neuem Mut:
    „Nun bin ich gekommen aus Fernen weit.

    Längst war vergangen die alte Zeit!
    Nun kam sie wieder; ich fühl es genau,
    Weil ich unter Tränen die Heimat schau!“
    (Unbekannt)

    Ich bin zu Hause

    Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum.
    Dort wo die Kinder schläfern, heiß vom Hetzen,
    dort wo die Alten sich zu Abend setzen,
    und Herde glühn und hellen ihren Raum.

    Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum.
    Dort wo die Abendglocken klar verlangen
    und Mädchen, vom Verhallenden befangen,
    sich müde stützen auf den Brunnensaum.

    Und eine Linde ist mein Lieblingsbaum;
    und alle Sommer, welche in ihr schweigen,
    rühren sich wieder in den tausend Zweigen
    und wachen wieder zwischen Tag und Traum.
    (Rainer Maria Rilke)

    Heil und Segen

    Antworten
  9. 11

    Annegret Briesemeister

    Da steht sie am Bache,
    die uralte Linde.
    Sommers wie Winters,
    treu alle Jahr‘.
    Träumt, das man sich
    bei ihr wiederfinde,
    die Menschen zu einen,
    drum steht sie ja da.

    Am morgen schenkt sie
    des Tages Frische,
    zu mittag bittet sie
    alle zu Tische.
    Des abends lädt sie zum ausruhen ein.
    Wer wollte drum bei der alten Freundin,
    nicht zufrieden und glücklich sein?

    Alles bewahrt die uralte Linde,
    Trauer und Freude,
    Kummer und Glück.
    Und immer, wenn ich wieder zu ihr finde,
    gibt sie mir meinen Gruß gern zurück.

    A. B.

    Heil euch, liebe Kameraden

    Heute wage ich es, mich an einer steilen These zu versuchen. Allerdings erst einmal nur ansatzweise, ich habe es sozusagen noch nicht “ zu Ende gedacht “ oder es ist in mir noch nicht zu Ende aufgezeigt und ich erkenne möglicherweise noch nicht ausreichend. Aber dennoch möchte ich es euch mitteilen, um eure Gedanken zu erfahren.
    Seit Monaten “ kaue “ 😉 ich gedanklich an dem Ausspruch :

    AM ANFANG WAR DAS WORT !
    und das Wort war bei Gott.

    Und so denke ich schon länger, daß die Erfindung der Schrift, des Buchdrucks etc möglicherweise weniger hilfreich, denn eher ablenkend und spaltend wirkt. Dahinein fällt auch übergeordnet das gesamte Schulwesen.
    Nun möchte auch ich nicht mehr auf Bücher verzichten und doch habe ich vor ein paar Jahren alle meine Bücher bis auf einige wenige zurückgelassen und sie fehlen mir inzwischen nur noch temporär.

    Ich möchte ein Zitat einfügen bevor ich weiter ausführe.

    “ Bäume sind Gedichte,
    die die Erde an den Himmel schreibt.
    Wir fällen sie nieder
    und verwandeln sie in Papier,
    um die LEERE in uns
    zu dokumentieren.

    Khalil Gibran

    So meine ich, das Wort, von Gott, Allvater kommend, erschließt, ergießt sich in uns als Gedanken, die in uns Worte und Bilder formen und uns damit in Kenntnis setzen über alles, was notwendig von uns gewusst werden muss.
    Sprechen, malen und singen sind wundervolle Ausdrucksmöglichkeiten der Gedanken Allvaters in uns.
    Das alles erfolgt ohne Aufzeichnung.
    Erst die Aufzeichnung bindet an die Materie.
    Und offenbar haben wir verlernt uns und den Worten, Bildern und Klängen in uns zu vertrauen. So halten wir alles schriftlich fest. Aber das ist FEST und BINDET.
    In vergangener Zeit genügte es den Altvorderen, mündliche Absprachen zu treffen, das Vertrauen war da, in sich selbst und den anderen.
    Verträge wurden mündlich abgeschlossen und mit Handschlag besiegelt. Man kam aus der Selbstverständlichkeit heraus nicht darauf, solche Abmachungen zu brechen. Hier hinein fallen Naturrecht und Naturgesetze, sowie natürliche Ordnung.

    Es heißt, so wie es GEBUNDEN wurde, wird es jetzt auch wieder gelöst.
    Darunter wird erklärt, es handle sich um Eide, Schwüre, Verträge etc.
    Ich meine, wir sind aus dem Naturrecht als beseelte Wesen nicht wirklich gebunden.
    Unsere sogenannten “ Gesetze “ befolgt eine Seele natürlich weil Naturgesetz.
    Somit hat zum Beispiel die Erklärung über den Tod der natürlichen Person ( 7. Lebensjahr / Vatikan ) und damit einhergehend Schaffung der juristischen Person, wenn wir dieses nur erkennen, keinerlei Auswirkung auf uns und unser Leben.
    Nicht wir haben dieses vorgenommen und auch nicht wir sind, wie man uns sagt, durch Unwissenheit daran gebunden uns zu halten. Man hat uns lediglich erzählt, daß es so sei.
    Nein. Ich denke, daß dieses von uns erkannt wird, wohinein auch fällt zu erkennen, wer und was wir wirklich sind: Dies lässt die Dunklen zerbersten wie das Rumpelstilzchen im Märchen.

    Weiterer Gedanke :

    Mündliche Überlieferungen wurden uns nur als primitiv vermittelt, haben aber funktioniert und eine wichtige Bedeutung.

    Wir haben nun doch auch erkannt, daß die Wahrheit in uns zu finden ist. Denn sie war immer, ist immer und wird immer sein. Wozu sie also im Außen suchen?

    Wohlgemerkt, eine steile These.
    Nun fehlt dazu die Antithese
    und daraus ergibt sich die Synthese.
    WAS – WÄRE – WENN?

    Heil und Segen
    Annegret

    Antworten
    1. 11.1

      Gerhard von Weissn z´Reith

      Sehr verehrte, liebe Annegret Briesemeister
      ……keine steile These, auch meine Wahrheit, der ich noch mein Empfinden, bzw. meine Träume von vor 30 Jahren anhängen möchte.
      AM ANFANG WAR DAS WORT !
      und das Wort war bei Gott. – Wir sind es, Gott. Wir sind jene, welche die Erschaffenden sind und das gedachte Wort in die Tat bringen – im Idealfall.
      Gedankenhygiene ist deswegen so unbedingt wichtig. Zu meinem Traum, welcher mich jahrelang anstieß, Folgendes.
      Eine in allen Aspekten aufgewachte Gesellschaft kennt keinen Neid, keine Gier, keinen Hass. Jede(r) nimmt sich vom großen Kuchen, soviel es zur eigenen Genügsamkeit braucht. Ich gehe dann nicht mehr einkaufen, um irgendetwas zu erwerben, weil ich nur soviel nehme, was auch ich bereit bin zum großen Kuchen beizutragen, ob ich nun jener bin, der Autos zusammenschraubt, oder Gemüse zieht, Diestleister bin oder Dienst in Anspruch nimmt.
      Das impliziert für mich Leistungsbereitschaft und nicht den Gedanken des bedingungslosen Grundeinkommens. Der Kreislauf schliesst sich dann, wenn dieser nächste – kurz bevorstehene – Schritt diese Periode abschliesst und Geld, wie wir es bis jetzt kannten, der Vergangenheit angehören wird.
      Diese Gedanken widersprechen beim erstenmal Denken vielleicht unserem Leistungsgedanken (eigener Wert….), stellen für mich jedoch keinen Widerspruch dar. Leistungswille für das eigene Volk: Was könnte dagegen sprechen?

      Heil und Segen

      Antworten
      1. 11.1.1

        Annegret Briesemeister

        Lieber Gerhard

        Ich danke dir sehr für deine Antwort, sagt sie mir doch, daß ich mit “ meinen “ Gedanken oder besser, dem von mir gedachten, nicht alleine bin. Obwohl ich sagen muss, ich fühle sie so stark in mir, daß ich auch bereit wäre, mich sozusagen allein für sie einzusetzen, gerade zu machen …

        Ich möchte deinen Worten hinzufügen :
        Mir ist es wichtig, auch “ geistige “ Arbeit gleichermaßen anerkannt zu wissen, denn aus eigener Erfahrung weiß ich, daß diese Form der Tätigkeit weder als gleichwertig, wertvoll oder überhaupt anerkannt, oft nicht einmal erkannt wird.
        Wobei ich aber davon ausgehe, daß zukünftig jeder in gleichem Maße geistig und körperlich tätig sein wird, denn auch das ist die wahre menschliche Natur.

        Geld, wie wir es bis jetzt kannten ….
        Ich würde mir eine Welt gänzlich ohne Geld wünschen und lebe nun schon länger genau so. Tausch von Leistung oder Ware oder Leistung gegen Ware und umgekehrt. Dabei ist es sogar möglich, einen so genannten “ Preis “ festzusetzen.
        Also zum Beispiel eine Hecke von sechs Meter Länge wie gewünscht zu schneiden, gegen zwei Brote, einen Korb Äpfel und ein Päckchen Kerzen, weil ich dieses gerade benötige. Oder eben etwas anderes. Auch Vorableistungen sind möglich usw.
        Aber durch ein liebes Gespräch bekam ich wieder einen Anstoß. Das Geld ist nicht persě negativ, sondern neutral. Das jetzige Prinzip ist der “ Fehler “ und wieder einmal muss erinnert werden :
        Es geschieht nicht wegen Geld, es geschieht mit Geld.

        Zu deinem Hinweis der Notwendigkeit von Gedankenhygiene möchte ich gerne noch einmal sagen, daß diese “ neuen 😉 “ Gedanken, die jetzt, seit den vergangenen Rauhnächten, zu uns kommen, die wir dafür offen sind, durchweg positiv, liebevoll und gültig sind. Stets ausgerichtet auf die Zukunft, sie geben zusätzlich Hoffnung, vertiefen das Vertrauen in uns selbst, unsere Ausrichtung, unsere Zukunft.
        Nach außen vermögen sie ein Lächeln auf das Antlitz zu “ zaubern „, der ganze Mensch in seinem Wesen ist entspannt, ruhig und ausgeglichen, die Seele erfüllt von Zufriedenheit und Glückseligkeit.
        Es ist das sichere Gefühl, nichts “ Böses “ wird uns mehr geschehen.
        Unsere eigene klare Ausrichtung “ beschert “ uns sozusagen diese Gedanken, die uns schlussendlich die gesamte Wahrheit “ offen – baren “ werden.

        Das beinhaltet allerdings durchaus auch noch manchmal Trauer, vielleicht auch Wut ( auch wichtig Gefühle ) – aber danach erfolgt nicht mehr wie so oft in der Vergangenheit ein Gefühl der Ohnmacht, der Hilflosigkeit –
        Nein …das Positive, Liebevolle und Gütige überwiegt …
        Sozusagen ist eine Art “ negatives “ Gedankenkarussell, Gedankenmuster durchbrochen und überschrieben von positiven Gedanken.

        Heil und Segen
        Annegret

  10. 12

    Linde

    Liebe Mitleser,

    vielen Dank für die schönen Bilder und Lieder! Das Bild der großen Linde ist atemberaubend. Wo steht sie? Gibt es sie noch?

    Im Geburtsdorf meiner Großmutter im Schönhengstgau steht auch eine 1000jährige Linde, die wir bewundern konnten als wir es besucht haben.

    Kein schöner Land in dieser Zeit
    als hier das uns’re weit und breit
    wo wir uns finden wohl unter Linden
    zur Abendzeit…

    Wir haben so wunderschöne Lieder! Dank euch allen und dem Kurzen!

    Heil und Segen, Linde

    Antworten
    1. 12.1

      Kurzer

      Liebe Linde,

      dieser Baum steht im oberfränkischen Effeltrich.
      HIER findest Du weitere Informationen zu Dorflinden.

      Accon und Beverina
      Der Kurze

      Antworten
      1. 12.1.1

        Linde

        Lieber Kurzer,

        Danke, Dir für Deine schönen und informativen Artikel!

        Heil und Segen, Linde

  11. 13

    Annegret Briesemeister

    Nur ein Gedanke…

    während ich vorhin so vor mich hinwerkelte, kam mir ein zauberschöner Gedanke – eher war es ein Tagtraum …

    ich dachte an einen UR – alten, großen, kräftigen Baum
    dieser erschien vor meinem inneren Auge
    und ich dachte und erkannte :
    jedem beseelten Menschen ist von Anbeginn ein Baum zugeordnet
    dabei spielt die Art insofern eine Rolle, daß wir ihn frei gewählt haben
    die Krone dieses Baumes ist die Quelle / Allvater
    die Wurzeln des Baumes sind wir
    jeder starke Ast dieses Baumes ist eine unserer Inkarnationen
    die Zweige sind jeweils unsere durch uns inkarnierten Kinder, die aber auch immer einen eigenen Baum von Anbeginn haben,
    durch die Zweige aber für immer mit uns verbunden bleiben
    die Jahresringe bilden im Innern des Baumes ebenfalls alle Inkarnationen ab
    sie sind die große Bibliothek des “ Wissens “ all unserer Leben und wir können jederzeit hineinschauen und unsere Erfahrungen abrufen
    die knorrigen Stellen außen an der Rinde sind Zeichen von Krankheiten oder den vorzeitig beendeten Leben
    der Baum bietet obendrein allen Tieren Schutz und bezeugt dadurch die ewige Verbindung aller beseelten Wesen untereinander
    die vier Jahreszeiten sind auch unsere Zeiten der Blüte, der Reife, der Ernte und des Vergehens

    “ Leben einzeln und frei,
    wie ein Baum und dabei
    brüderlich wie ein Wald,
    diese Sehnsucht ist alt…“ 🌳🌳🌳

    Heil und Segen
    Annegret

    Antworten
  12. 14

    Annegret Briesemeister

    Bäume sind HEIL – igtümer,
    wer mit ihnen zu sprechen,
    wer ihnen zuzuhören weiß, der erfährt die
    WAHRHEIT.
    Sie predigen nicht Lehren und Rezepte,
    sie predigen, um das Einzelne unbekümmert,
    das UR – gesetz des LEBENS. 🌳

    Hermann Hesse

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    Annegret Briesemeister

    Der einfache Frieden

    Wenn ein Gras wächst,
    wo nah‘ ein Haus steht,
    und vom Schornstein steigt der Rauch,
    soll’n die Leute beieinander sitzen,
    vor sich Brot und Ruhe auch,
    und Ruhe auch.

    Wo ein Mann ist,
    soll eine Frau sein,
    das da eines das andre wärmt,
    soll’n sich lieben und soll’n sich streiten,
    von der Angst nicht abgehärmt,
    nicht abgehärmt.

    Wo ein Ball liegt,
    soll nah ein Kind spiel’n,
    das zwei gute Eltern hat,
    und soll eine Aussicht haben,
    ob im Land, ob in der Stadt,
    ob in der Stadt.

    Wo ein Leben war,
    da soll ein Tod sein,
    unter Tränen still ins Grab,
    wo der Nachfahr‘ manchmal hingeht,
    zu dem Menschen, den es gab,
    den es gab.

    DAS IST DER EINFACHE FRIEDEN,
    DEN SCHÄTZE NICHT GERING.
    ES IST UM DEN EINFACHEN FRIEDEN
    SEIT TAUSENDEN VON JAHREN
    EIN BESCHWERLICH DING.

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